Kuratorium Deutsche Altershilfe fordert Reform für ein würdiges Alter

Foto Bericht Seniorenheim Schliessung PPflege Kosten Reform KopieDer Vorsitzende des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA), Helmut Kneppe, mahnt vor dem Hintergrund der Schließung von Senioreneinrichtungen sowie des aktuellen Streits um die Finanzierung der Pflegereform dringend einen würdigeren Umgang mit älteren Menschen an. „Die Würde des Menschen ist der Grundwert unserer Verfassung. Es ist der Leitgedanke, der die Organisation unserer Gemeinschaft, unseres Zusammenlebens tragen muss“, sagte Kneppe. Er fordert eine umfassende Reform der Altenhilfe.

„Die Schließungen von Einrichtungen werfen grundsätzliche Fragen unseres Pflegesystems vor dem Hintergrund der demografischen, der sozialen, der personellen und der finanziellen Entwicklungen auf“, erklärte Helmut Kneppe. Aktuell wird u. a. über die Aufhebung eines Pachtvertrages für eine Senioren-Einrichtung des diakonischen Johannesstifts in Berlin berichtet. Hier müsse gewährleistet sein, dass mit allen Kräften dafür gesorgt werde, dass sich die betroffenen Menschen behütet und mitgenommen fühlten. Über diesen Fall hinaus, der auch „Diakonie-interne Vertrags- und Beziehungs-Geflechte“ berühre, so Kneppe, gehe es um die Gesamtsituation der Betreuung und Pflege in Deutschland.

„Es kann nicht sein, dass ältere Menschen Angst um ihr Dach über dem Kopf in einer Einrichtung haben müssen. Es darf nicht sein, dass betreuungsbedürftige Menschen mit der Frage leben müssen, kann ich mir Teilhabe, Pflege und Betreuung morgen noch leisten?“, betonte Kneppe und mahnte mit Blick auf die Finanzierungsfrage: „Würde ist auch ein Auftrag an staatliches Handeln.“ Der Vorsitzende des KDA, dessen Schirmherr der Bundespräsident ist, zitierte aus Frank-Walter Steinmeiers Grußwort zum 60. Jubiläum des KDA: „Ob wir in unserer Gesellschaft über Anstand und Herzenswärme verfügen, ob wir solidarisch sind, das zeigt sich daran, wie wir mit der älteren Generation umgehen.“

Wenn gerade über die Finanzierung der Pflegenovelle gestritten werde, „wenn wieder einmal nur notdürftig Löcher gestopft werden sollen“, fuhr Kneppe fort, „dann ist absehbar, dass ein würdiges Leben für viele betreuungs- und pflegebedürftige Menschen sehr bald nicht mehr gewährleistet werden kann“, warnte Kneppe. „Wir als Kuratorium Deutsche Altershilfe sehen uns verpflichtet, den Alarmknopf zu drücken und einen dringenden Notruf zu senden: Hilfebedürftigkeit und das Altern sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben! Der Anzug, der einst für unsere Sozialsysteme geschneidert wurde, ist für die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft zu eng geworden. Wir müssen Teilhabe, Betreuung, Alter und Pflege rasch neu organisieren und in die Mitte der Gesellschaft zurückbringen. Konkret bedeutet das eine verbreiterte Finanzierungsgrundlage und eine Demokratisierung. Soziale Verantwortung muss demokratisiert werden. Jeder sollte Verantwortung tragen, dafür sollten aber auch Beteiligungsformen geschaffen werden, die breite Mitbestimmungs- und Gestaltungsmöglichkeiten anbieten.“


Zur Pressemitteilung: https://kda.de/notruf-fuer-ein-wuerdiges-alter/

 

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