ZQP Studie: Wohnsituation pflegebedürftiger Menschen in Deutschland oft unzureichend

Wohnsituation Pflegebedürftige StudieDie Wohnsituation pflegebedürftiger Menschen in Deutschland ist häufig unzureichend und birgt zahlreiche Barrieren und Sicherheitsrisiken. Das geht aus einer neuen Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) hervor, die über 1.000 pflegende Angehörige befragte. Die Ergebnisse wurden in einer kürzlich veröffentlichen Pressemitteilung vorgestellt.

Von den rund 5 Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland leben etwa 4,2 Millionen zuhause. Doch wie selbstbestimmt, sicher und gesundheitsförderlich man mit Pflegebedürftigkeit daheim leben kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. „Alters- und pflegegerechtes Wohnen ist auch für gesundheitliche Prävention bedeutsam, etwa indem es körperliche Aktivitäten möglichst wenig behindert, Sturzrisiken verringert und zu sozialen Teilhabemöglichkeiten beiträgt“, erklärt PD Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP).

Die Studie zeigt, dass knapp die Hälfte (46 Prozent) der pflegebedürftigen Personen in Wohnungen mit Barrieren lebt, wobei 39 Prozent eine sichere Nutzung von Bad bzw. WC als problematisch einschätzen. Besonders alarmierend ist, dass 43 Prozent der Befragten das Treppenhaus für pflegebedürftige Personen, die nicht im Erdgeschoss wohnen, als unsicher betrachten.

Die Gestaltung des Wohnumfelds hat ebenfalls einen entscheidenden Einfluss. „Zerfurchte Bürgersteige, hohe Bordsteinkanten, fehlende Ruhebänke oder eine schlechte Anbindung an den ÖPNV – dies sind nur einige negative Beispiele. Hierdurch können die Selbständigkeit und die Sicherheit von pflegebedürftigen Menschen beeinträchtigt oder gar verhindert werden“, so Suhr.

Die Studie zeigt, dass über die Hälfte (52 Prozent) aller Befragten Probleme mindestens in Bezug auf drei Faktoren des Wohnumfelds sehen, die für ein gesundheits- und teilhabeförderliches Umfeld für ältere pflegebedürftige Menschen wichtig sind. Auch die Nahversorgungssituation im Wohnumfeld erscheint teilweise nicht günstig: 21 Prozent bewerten die Versorgungsmöglichkeit mit Gütern des täglichen Bedarfs vor Ort als „sehr/eher schlecht“.

Für Suhr ist dies besorgniserregend: „Wir müssen davon ausgehen, dass ein erheblicher Teil der älteren pflegebedürftigen Menschen, die noch zuhause leben, durch Barrieren und insgesamt für ihre Bedürfnisse nicht passende Wohnverhältnisse in ihren Möglichkeiten, ein selbstbestimmtes und gesundheitsförderliches Leben zu führen, eingeschränkt werden.“


Zur Pressemitteilung: https://www.zqp.de/presse/wohnen-mit-pflegebeduerftigkeit/

Foto: stock.adobe.com – zinkevych

 

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